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Ratgeber Diabetes

Informationen für Betroffene und Angehörige

Wissenswertes bei Diabetes mellitus

Selbsthilfe und Eigentherapie

Wichtiger Bestandteil einer Diabetes-Behandlung ist Eigeninitiative – Selbsthilfe ist die Fähigkeit, sich mit entsprechender Diabetes Information zum Teil selbst zu therapieren.

In einer Diabetes-Schulung, die von geschulten Fachkräften durchgeführt wird und deren Kosten die Krankenkassen übernehmen, erhalten Betroffene wichtige Informationen über diese Stoffwechselkrankheit und seine Behandlung. Diabetiker lernen, selbständig den Blutzucker mithilfe eines Messgerätes zu bestimmen, sie lernen weiterhin den richtigen Umgang mit Medikamenten, wie sie ihr Leben in Zukunft gestalten müssen, wie die richtige Ernährung aussieht und vor allem wie man Folgeschäden vermeiden kann.

Diabetiker-Selbsthilfegruppen können bei praktischen Fragen helfen, der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten kann hilfreich sein.

Diabetes und Sport

Nach der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG, 2009) steigert jede Muskelaktivität die Glucoseaufnahme in die Zelle, unabhängig von Insulin. Durch regelmäßige und wiederholte Muskelarbeit steigert sich die Empfindlichkeit vor allem der Muskelzellen für Insulin.

Insbesondere für Typ-2-Diabetiker ist Sport neben gesunder Ernährung eine gute Möglichkeit, den Diabetes aktiv zu therapieren. Ein gesteigerter Energieverbrauch und eine erhöhte Empfindlichkeit insbesondere der Muskelzellen für Glucose sind neben dem positiven Effekt für das Herz-Kreislaufsystem das Ergebnis körperlicher Aktivität. Daneben wirkt sich Sport auch auf die Psyche ausgleichend aus.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) erwähnt sogar, dass eine dauerhafte Umstellung auf einen aktiven Lebensstil bei gestörter Glucosetoleranz – einer Vorstufe des Diabetes mellitus – das Risiko der Manifestation eines Typ-2-Diabetes verringern kann.

Bei körperlicher Belastung und Diabetes ist es allerdings wichtig, die körperliche Belastungsgrenze nicht zu überschreiten. Untrainierte Diabetiker unterliegen der Gefahr, dass der Gesamtstoffwechsel entgleist und der Blutglucosespiegel abfällt und oft in einer unerwünschten Hypoglykämie (Unterzuckerung) endet.

Sporttreibende Diabetiker sollten die Belastungsdauer anfänglich von 10 Minuten nicht überschreiten und nur langsam (über Wochen) steigern. Unbedingt sollte nach der DDG der Blutzucker vor der Belastung bestimmt werden. Bei Sport von kurzer Dauer und geringer Intensität genügt es, zusätzliche Kohlenhydrate zu essen. Demnach ist es wesentlich, immer Traubenzucker, Glukosegel o.Ä. in der Kleidung mitzunehmen.

Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Die Diagnose Diabetes mellitus erschüttert anfänglich Eltern und Kinder. Doch sollten die Lebensgewohnheiten des Kindes auch nach dieser Diagnose nicht grundlegend geändert werden. Sowohl der tägliche Gang zum Kindergarten, als auch in die Schule, die Tätigkeit im Sportverein und das Spiel mit Freunden sollten wie gewohnt stattfinden.

Im Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik erteilt Tamara Bacon Lara folgenden Rat: „Je offener Eltern mit dem Diabetes umgehen, desto leichter akzeptieren ihn meist auch die Kinder.“

Nach dem Krankenhaus und der Diabetes-Erstschulung kommt das Kind zurück in die häusliche Umgebung, lernt täglich Insulin zu spritzen, kontinuierliche Blutzuckermessungen durchzuführen und die Ernährung an die neue Situation anzupassen. Diabetes Kinder und ihre Angehörigen lernen außerdem, dass diabetische Kinder und Jugendliche genau so leistungsfähig sind, wie Nicht-Diabetiker.

Dem Familienhandbuch gemäß, sollten Diabetes Kinder keine Sonderstellung in Schule und Kindergarten einnehmen. Dazu sollten Erzieher/innen und Lehrer/innen über den Umgang mit dem Diabetes informiert sein, notfalls auch Maßnahmen ergreifen können, die einer Unterzuckerung entgegenwirken.

Verlauf des Diabetes mellitus

Insgesamt lässt sich mit Diabetes heute sagen, dass bei länger andauerndem und schlecht eingestelltem bzw. nicht behandeltem Diabetes Folgeerkrankungen umso schwerer und wahrscheinlicher sind.

Wird ein Diabetes mellitus nicht oder nur unzureichend eingestellt, kommt es zu einer großen Anzahl von Fehlfunktionen bis hin zum Versagen verschiedener Organe. Gerade die Begleit- und Folgeerkrankungen an Augen, Nieren, Nerven und Gefäßen und das erhöhte Risiko für eine koronare Herzkrankheit, Schlaganfall oder Herzinfarkt und eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (Gefäßverengungen z.B. durch Arteriosklerose) beeinträchtigen das Wohlbefinden der Patienten und verringern ihre Lebensqualität und Lebenserwartung.

Je besser der Blutzucker eingestellt ist, umso geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen.

Erfolgt eine optimale Therapie, ist auch mit einem Diabetes mellitus eine normale Lebenserwartung mit den bisherigen Lebensgewohnheiten wie Sport, Urlaub, Aktivitäten mit Freunden etc. möglich.

Birgit Lindner

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  • Kaiserschnitt erhöht das Risiko für Typ 1 Diabetes 21.02.2012
    Per Kaiserschnitt entbundene Kinder haben einer Studie zufolge ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an Diabetes Typ 1 zu erkranken, als bei einer natürlichen Geburt zur Welt gekommene. Wissenschaftler der Forschergruppe Diabetes der TU München hatten in einer Langzeitstudie den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entwicklung der Erkrankung bei 1.650 Kindern aus Risikofamilien untersucht.