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Ratgeber Diabetes

Informationen für Betroffene und Angehörige

Entstehung der Krankheit Diabetes

Stellen die Insulin produzierenden β-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) nicht mehr genügend oder gar kein Insulin mehr her, fehlt dieses für die Zuckerverwertung wesentliche Hormon, wie z.B. infolge von Operationen, oder stellt die Bauchspeicheldrüse aufgrund von einer Entzündung kein Insulin mehr her, kann Glucose die Zellwand nicht passieren. Folglich ist die Aufnahme der Glucose in die Zellen nicht mehr möglich. Zudem erfolgt keine Hemmung der Zuckerneubildung in der Leber. Die Leber kann bis zu 500 g Traubenzucker pro Tag herstellen.

Im nüchternen Zustand steigt der Blutzuckerspiegel beim Diabetiker am Morgen durch diese Neubildung in der Leber an. Diese Steigerung des Blutzuckerspiegels wird auch „Dawn-Phänomen“ genannt.

Diabetes-Typen

Diabetes-Typ-1

Bei dieser Form des Diabetes sprechen Fachkreise von einer Autoimmunkrankheit: Hier ist das Abwehrsystem ist nicht in der Lage, körpereigene Stoffe oder Zellen als körpereigen zu identifizieren und bekämpft sie wie Eindringlinge von außen –, d.h. das eigene Gewebe wird bekämpft und möglichst vernichtet. Auf eine derartige Autoimmunreaktion geben früh nachweisbare Antikörper Hinweise.

Körpereigene Abwehrzellen zerstören beim Diabetes-Typ-1 die Insulin produzierenden β-Zellen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Dies führt zu der Entstehung eines absoluten Insulinmangels, was in der Folge zu einem kontinuierlichen Anstieg des Blutzuckers führt.

Als Auslöser für die Entstehung von Diabetes vermutet man Krankheitserreger wie Röteln- oder Grippeviren sowie erbliche (genetische) Faktoren.

In der Altersgruppe der unter 40-Jährigen liegt vorwiegend ein Typ-1-Diabetes vor, weswegen man auch vom juvenilen Diabetes spricht.

Erbfaktoren

Die Ausbildung von Typ-1-Diabetes ist verbunden mit einer speziellen Art von Oberflächenmerkmalen (HLA-Eigenschaften) weißer Blutkörperchen. Viele Menschen tragen jedoch die entsprechende Erbinformation und sind trotzdem nicht an Diabetes erkrankt. Gehäufte Diabetes-Fälle in der Familie scheinen weiterhin eine entscheidende Rolle für das Risiko, an Diabetes zu erkranken, zu spielen. Experten sehen den gestiegenen Anteil an Betroffenen mit Diabetes-Typ-2, besonders die gehäufte Entstehung bei Kindern, eventuell auch durch Ernährungsfaktoren oder Umweltfaktoren und einen geänderten Lebensstil begründet.

Virusinfektion

Zusätzlich zu den Erbanlagen werden auch bestimmte Virusinfektionen als Auslöser für die Entstehung von Typ-1-Diabetes diskutiert. Als Viren die für die Entstehung von Typ-1-Diabetes verantwortlich sein könnten stehen Masern-, Mumps- und Grippeviren im Verdacht. Derartige Virusinfekte können eine Autoimmunreaktion auslösen – das Abwehrsystem bildet Antikörper gegen körpereigenes Gewebe und bekämpft dieses.

Diese Antikörper sind bereits Monate bis Jahre vor dem Ausbruch des Diabetes im Blut der Betroffenen nachweisbar.

Symptome des Diabetes-Typ-1

Die Symptome beim Diabetes-Typ-1 entwickeln sich sehr schnell, innerhalb weniger Tage bis Wochen. Es kommt sehr schnell zu:
. Gewichtsverlust,
. Unwohlsein,
. starkem Durst,
. verstärktem Wasserlassen etc.
Die Symptome können bis hin zum diabetischen Koma mit Bewusstseinsverlust (Ketoazidose) reichen.

Typ 2 Diabetes

Sowohl erbliche als auch nicht-erbliche Faktoren wirken bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes zusammen. Die Körperzellen sprechen bei diesem Diabetes-Typ weniger auf Insulin an (Insulinresistenz) – die Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin ist herabgesetzt – und außerdem ist die Insulinausschüttung reduziert. Sie brauchen deutlich mehr Insulin, um Glucose aus dem Blut aufnehmen zu können, als die Zellen gesunder Menschen. Eine Insulinresistenz kann Folge einer dauerhaft überreichen Nahrungszufuhr sein.

Die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, die β-Zellen, schütten vermehrt Insulin aus und werden mit der Zeit überlastet – die Insulinproduktion nimmt immer mehr ab. Die Ursachen sind in diesem Fall genetische Faktoren sowie Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel.

Die folgenden „Wohlstandsfaktoren“ fördern neben genetischen Grundlagen die Entstehung dieser Art von Diabetes:

• Fehlernährung
• Übergewicht, insbesondere am Bauch
• Fettstoffwechselstörungen (vor allem Cholesterin)
• Bewegungsmangel
• Nikotingenuss
• Bluthochdruck
• Höheres Lebensalter

Verschiedene dieser Faktoren sind auch unter dem Begriff „Metabolisches Syndrom“ oder „Wohlstandssyndrom“ zusammengefasst.

Anfangs kann der Körper den Mehrbedarf noch durch eine Überproduktion von Insulin ausgleichen und folglich den Blutzuckerspiegel im Normbereich halten. Nach einiger Zeit sind die Insulin produzierenden Zellen jedoch erschöpft und die Insulinproduktion versiegt. Während der Entstehung kommt es zu einem überhöhten und verlängerten Blutzuckeranstieg nach Zuckeraufnahme – einer sogen. „gestörten Glucosetoleranz“ – und in deren Folge zu Diabetes vom Typ 2.

Symptome des Diabetes Typ 2

Meist dauert es wesentlich länger – oft mehrere Jahre -, bis sich Symptome entwickeln, als beim Diabetes-Typ-1. Lange Zeit treten keine oder nur geringfügige Beschwerden, wie z.B. starker Durst, schlechter Allgemeinzustand, Juckreiz, leichte Ermüdbarkeit, vermehrte Infektanfälligkeit und Schwindel, auf. Oftmals bleibt der Typ-2-Diabetes lange Zeit unbemerkt, sind die eventuell auftretenden Symptome eher unspezifisch.

Meist geben erst Folgekrankheiten, z.B. an Gefäßen, Augen, Füßen, Nerven und Nieren, Hinweise auf die Entstehung oder das Vorhandensein einer chronische Stoffwechselerkrankung.

Schwangerschaftsdiabetes

Wenn eine Schwangerschaft die Balance zwischen Hormonen, die den Blutzucker erhöhen, und denen, die den Blutzucker senken, irritiert, kann ein Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) entstehen. Insbesondere während der ersten drei Monate der Schwangerschaft, in der der Embryo seine Organe entwickelt, kommt es zu hormonellen Umstellungen, die zu einem erhöhten Insulinbedarf und einem gesteigerten Blutzuckerspiegel führen.

Bei einem Schwangerschaftsdiabetes entstehen meist nur geringfügige Beschwerden, weswegen er häufig auch nicht oder erst im Zusammenhang mit den üblichen Untersuchungen während der Schwangerschaft mittels einer Blutzuckerspiegelmessung diagnostiziert wird. Häufig tritt ein Typ1 oder Typ 2 Diabetes während der Schwangerschaft erstmalig auf.

Sekundärer Diabetes

Die Schilddrüsenhormone T3 und T4, das Wachstumshormon, Kortison und Adrenalin – das Stresshormon – lassen den Blutzucker ansteigen. Dem gegenüber ist Insulin das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel senken kann.

Besteht ein gestörtes Gleichgewicht zwischen diesen Hormonen, kann es zu einer Entstehung von Diabetes mellitus kommen. Die Einnahme von Hormonen, verschiedene hormonbildende Tumoren sowie eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, genauer gesagt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), können zu einer derartigen Entgleisung des Hormongleichgewichts führen und damit auch für die Entstehung von Diabetes mellitus verantwortlich sein.

Es existieren auch erbliche Störungen, die für die Entstehung von Diabetes verantwortlich sein können.

Birgit Lindner

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Diabetes-News von Curado.de

  • Kaiserschnitt erhöht das Risiko für Typ 1 Diabetes 21.02.2012
    Per Kaiserschnitt entbundene Kinder haben einer Studie zufolge ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an Diabetes Typ 1 zu erkranken, als bei einer natürlichen Geburt zur Welt gekommene. Wissenschaftler der Forschergruppe Diabetes der TU München hatten in einer Langzeitstudie den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entwicklung der Erkrankung bei 1.650 Kindern aus Risikofamilien untersucht.